Erziehung

Demokratie in der Grundschule - alle sind uns willkommen!

Unsere Schule wird von ca. 250 Kindern verschiedener Kulturen besucht. Daher legen wir hier einen besonderen Wert auf gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt – auch vor dem Anderssein.

Alle Kinder sind an unserer Schule willkommen und werden in ihrer persönlichen Eigenart angenommen. Alle sind Lernpartner, die sich entsprechend ihren ganz individuellen Möglichkeiten aktiv am Klassen- und Schulleben einbringen. Dies berücksichtigen wir wiederum in der Organisation unseres Unterrichts, indem wir möglichst viele Lernformen anbieten, in denen die Kinder selbständig und in Gruppen und kleinen Projekten zusammenzuarbeiten lernen. Damit dieses Zusammenleben gut funktioniert, haben wir auch Absprachen und klassenübergreifende Regelungen als selbstverständlich festgelegt.

Inzwischen habe wir das demokratische Lernen bei den Kindern weiter gestärkt, indem wir in jeder Klasse einen Klassenrat installiert haben und lassen in logischer Folge auch ein Schülerparlament in regelmäßigen Abständen tagen, um die Kinder selbst in die Verantwortung zu nehmen. Weiter wurden Kinder zu Streitschlichtern und Pausenhelfern im Rahmen unserer AGs ausgebildet.

Außerdem ist es uns ein großes Anliegen Kindern durch ein positives Feedback zu motivieren, ein freundliches und rücksichtsvolles Verhalten zu zeigen. In allen Klassen erhalten die Kinder „Coins“, wenn sie durch positives Verhalten aufgefallen sind. Haben sie eine bestimmte Anzahl dieser „Coins“ gesammelt, erhalten sie dafür eine Belohnung. Die Klasse kann auch gemeinsam „Coins“ sammeln und sich dann entsprechend eine Klassenbelohnung erwirtschaften. Diese und andere Maßnahmen sind ein weiterer Beitrag zu einem wertschätzenden Schulklima. Diese Idee ist der Methode PBS (Positive Behavior Support) entnommen, die wir bei einer Hospitation an Grundschulen in der Niederlande vorgestellt bekamen.

 

Die Klassenregeln unserer Schule

Demokratie in der Grundschule - alle sind uns willkommen!

In jedem Klassenraum hängt ein Plakat mit den selben Klassenregeln. Damit haben wir uns für die gesamte Schule auf die gleichen Regeln und auch Absprachen geeinigt. Was in der einen Klasse gilt, gilt somit auch für alle Kinder der anderen Klassen. Auch dies fördert ein besseres Miteinander.

Ich melde mich, wenn ich etwas sagen möchte.

Ich höre gut zu und lasse andere ausreden.

Ich bin freundlich und wir helfen uns gegenseitig.

Ich arbeite konzentriert und leise, um andere nicht zu stören.

Ich halte Ordnung.

Ich kläre Streit mit Worten.

Ich fange zügig an zu arbeiten oder frage nach, wenn ich etwas nicht verstehe.

Ich mache meine Hausaufgaben und habe meine Arbeitsmaterialien dabei.

 

Seniorpartner in School e.V.

Demokratie in der Grundschule - alle sind uns willkommen!

Seniorpartners in School e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern und Jugendlichen in Schulen bei Konfliktlösungen zu helfen.
Durch ehrenamtliche Mediatoren werden Kinder angeleitet ihre Konflikte eigenverantwortlich und gewaltfrei zu lösen und dabei ihre persönliche und soziale Kompetenz zu stärken.
SIS kann dazu beitragen, dass akute Streitfälle zwischen Schülern bearbeitet werden und dass sich mittelfristig eine bessere, eigenständige Streitkultur an der Schule etabliert.

Seit Februar 2018 arbeiten an der Janosch-Grundschule zwei ehrenamtliche Schulmediatoren. Sie heißen Renate Münch und Jürgen Müller. Renate Münch ist 64 Jahre, jetzt Renterin, war Gymnasial-Lehrerin für Pädagogik und Sport. Jürgen Müller ist 66 Jahre inzwischen ebenfalls Rentner und war früher als Diplomkaufmann und Organisationsprogrammierer tätig. Beide wurden vom gemeinnützigen Verein Seniorpartner in School (SiS) nach den Richtlinien des Bundesverbandes für Mediation ausgebildet. Weitere Informationen zur Tätigkeit von SiS sind auf der Homepage von SiS NRW (http://seniorpartner-nrw.de/) zu finden. Kinder, die Streit oder/und Probleme haben, lernen schlechter. Spannungen beeinträchtigen den Unterricht. Frau Münch und Herr Müller versuchen, Schülerinnen und Schülern bei allen sozialen Konflikten, vom Beziehungsproblem bis zur Gruppenauseinandersetzung, mit den Mitteln der Mediation zu helfen. Dabei widmen sie sich ausschließlich den Konflikten zwischen den Kindern (nicht zwischen Schülern und Lehrern, zwischen Schülern und Eltern oder zwischen Lehrern und Eltern). Grundsätze ihrer Arbeit sind: Freiwilligkeit, Vertraulichkeit, Allparteilichkeit und respektvoller Umgang miteinander. In den Mediationsgesprächen werden von Mediatoren keine Lösungen vorgegeben, sondern sie helfen den Kindern dabei, selber Wege aus ihren Konflikten zu finden, die beide Parteien akzeptieren können. So gibt es nur Gewinner. Die Schüler lernen dabei Handlungsalternativen als persönliche Strategie zur gewaltfreien Konfliktbewältigung einzusetzen. Gelöste Konflikte erleichtern die Schüler. Sie können sich wieder auf das Lernen konzentrieren. Ihre kommunikativen und sozialen Kompetenzen werden gefördert: die Ausdrucksfähigkeit für Situationen und Gefühle, die Bereitschaft, sich in sich und in andere einzufühlen. Zugleich machen die Kinder die Erfahrung, selber Probleme lösen zu können. Dadurch werden ihr Selbstbewusstsein und ihre Persönlichkeit gestärkt. An jedem Donnerstag sind unsere neuen Schulmediatoren zwischen 9.00 und ca. 13.00 Uhr in der Schule. Sie arbeiten grundsätzlich im Zweierteam. Die Gespräche zwischen den Konfliktparteien und dem Schulmediatorenteam, bei Bedarf auch Gespräche mit einzelnen Kindern, finden ungestört in einem dafür vorgesehenen Raum statt. Die Inhalte unterliegen der Schweigepflicht und können nur mit Zustimmung aller Beteiligten an dritte Personen weitergegeben werden. Eine Pflicht zur Teilnahme an der Mediation seitens der Schüler besteht nicht. Alles geschieht auf freiwilliger Basis.